Die Insel Rügen unter schwedischer Herrschaft
Rügen wird Schwedisch
Drei Jahrhunderte lang gehörte Rügen zu Pommern. Während des Dreißigjährigen Kriegs (1618 - 1648) besetzten nacheinander die Truppen Wallensteins, die fast den gesamten Waldbestand abholzten, Dänemarks und Schwedens die Insel. Als das pommersche Fürstenhaus 1637 erlosch, hätte aufgrund eines Erbvertrages Pommern an Brandenburg fallen müssen, doch die letzten Eroberer Rügens, die Schweden, scherten sich nicht darum und gaben die Insel nicht mehr heraus. Im Westfälischen Frieden von 1648 wurde ihnen "Schwedisch-Pommern" samt Rügen dann sogar offiziell zuerkannt. Preußen, das sich mit dieser Entscheidung nicht abfinden wollte, unternahm insgesamt drei erfolglose Versuche, den Schweden die Insel wieder zu entreißen - Rügen blieb bis Anfang des 19. Jahrhunderts schwedisch.
Bauernlegen auf Rügen
Die Hauptleidtragenden der Fremdherrschaft in der beginnenden Neuzeit waren die Bauern. Hohe Abgaben und andere Zwangsmaßnahmen brachten von der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts an viele Bauern in die wirtschaftliche Abhängigkeit einiger weniger Adeliger. Mit dem sogenannten "Legen" der Bauern, also einem "Dazulegen" des Bauernlandes zum Adelsbesitz, wurden über drei Viertel der Bevölkerung zu Leibeigenen des Adels. Erst 1806 hob der schwedische König Adolf IV. die Leibeigenschaft in Schwedisch-Pommern und damit auch auf Rügen auf.
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