Urlaub auf Rügen in der DDR-Zeit
Rügens Entwicklung nach dem Krieg
Bei Kriegsende strömten Tausende von Heimatvertriebenen und Kriegsflüchtlingen nach Rügen. Noch 1950 war fast jeder Inselbewohner ein Heimatvertriebener.
Direkt nach dem Krieg veranlasste die sowjetische Besatzungsmacht die Enteignung der Großgrundbesitzer, die über ca. 60% der land- und forstwirtschaftlichen Fläche Rügens verfügten. Das Land wurde unter den ansässigen Bauern und Landarbeitern aufgeteilt. Bald schon wurde dann von staatlicher Seite Druck auf die Bauern ausgeübt, sich in Landwirtschaftliche Produktions- genossenschaften (LPGs) zusammenzuschließen. Da dazu jedoch viele Bauern nicht bereit waren, griff die SED 1960 zu härteren Mitteln und "zwangskollektivierte" die noch freien Bauern. Weiterhin wurden 1953 in der "Aktion Rose" unter Anführung fadenscheiniger Gründe die Hotel- und Pensionsbesitzer enteignet. Die meisten Häuser erhielt der DDR-Gewerkschaftsbund FDGB, die besten Hotels konfiszierte die SED unter Walter Ulbricht.
Rügen - Tourismus in der DDR
Zu DDR-Zeiten war ein Urlaubsplatz an der Ostsee und besonders auf Rügen sehr begehrt und oft nur nach längerer Wartezeit zu bekommen. Um möglichst vielen einen Urlaub auf der beliebten Ostseeinsel zu ermöglichen, wurden entlang der Küste zahlreiche, meist einfache Unterkünfte wie Campingplätze, Kinder- und Jugendferien- einrichtungen oder Ferienheime geschaffen.
In den 70er Jahren entwickelte sich vor allem Binz zu einem FDGB Ferienort. Rein statistisch gesehen kam jeder Bürger der DDR etwa alle 10 Jahre einmal nach Rügen.
Da hatte es die hohe SED-Elite schon besser. Sie erklärte die Insel Vilm zum Sperrgebiet und machte sie zu ihrem eigenen Urlaubs-Eiland. Darüber hinaus besaß das Zentralkomitee der SED ein Haus auf Hiddensee und ein weiteres in der Nähe von Binz.
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