In einer Bucht am Westufer des großen Jasmunder Bodden liegt malerisch Ralswiek. Es ist nicht nur bekannt wegen seines im Renaissancestil gebauten Schlosses, in dem jetzt ein Hotel untergebracht ist, sondern vor allem wegen der alljährlich im Sommer stattfindenden Störtebekerfestspiele.
Auf einer der schönsten Freilichtbühnen Europas werden mit über 120 Mitwirkenden, 30 Pferden, 4 Koggen und viel bühnenbildnerischem und technischem Aufwand Abenteuer aus dem Leben des „Likedeelers“ oder Seeräubers Klaus Störtebeker gezeigt. Zum Abschluss gibt es ein großes Feuerwerk über dem Bodden. 9.000 Zuschauer können im Sommer fast jeden Abend das Spektakel, bei dem auch viele bekannte Schauspieler mitwirken, genießen.
Der angeblich in Ruschvitz auf Rügen geborene Störtebeker soll zwischen 1390 und 1401 sein Unwesen auf der Nord- und Ostsee getrieben haben. Anfänglich mit einem Kaperbrief des Schwedischen Königs und des mecklenburgischen Herzogs ausgestattet, überfiel er vornehmlich Schiffe des feindlichen Dänemarks. Nach deren Friedensschluss mit Schweden und Mecklenburg setzten Störtebeker und seine Seeräuberkollegen die Überfälle auf eigene Faust fort und kaperten alles, was ihnen vor den Bug kam, hauptsächlich Handelsschiffe der Hansestädte. Die Seeräuber (oder Likedeeler = Gleich-Teiler) wurden als Freunde der Armen angesehen, weil sie ihre Beute immer untereinander gerecht teilten. Als ihnen das Treiben der Seeräuber zuviel wurde, stellten die Hansestädte eine Kriegsflotte zusammen, die Störtebeker und seine Kumpane 1401 fing, in Ketten legte und später enthauptete. Seitdem ranken sich viele Legenden um den Seeräuber.
Die Störtebeker Festspiele sind eine Hauptattraktion auf der Insel Rügen. Die Vorstellungen sind meistens ausgebucht. Gute Plätze sollte man spätestens 4 Wochen vor der jeweiligen Vorstellung reservieren.
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