Seit dem Sieg der Dänen über die Ranen in der Schlacht von Arkona 1168 stand Rügen unter dänischer Lehnsherrschaft. Auf das slawisch geprägte Siedlungsbild nahmen die Dänen keinen sichtbaren Einfluss, wohl aber die Zuwanderer aus dem Westfälischen, Niedersächsischen und Niederfränkischen, die ab dem 13. Jahrhundert auf Rügen nachgewiesen sind. Vom slawischen Adel wurden sie - wohl vor allem wegen ihrer Kenntnisse im Ackerbau - wohlwollend aufgenommen.
Als 1325 das slawische Fürstenhaus Witzlaw III. ausstarb, trat ein Erbvertrag mit den deutschen Herzögen von Pommern-Wolgast in Kraft. Unter den nun regierenden Pommernfürsten nahm die staatsrechtliche Bindung Rügens an Dänemark immer mehr ab, wenngleich die Dänen die Lehnsoberhoheit über die Insel nicht aufgaben. Ab dem beginnenden 15. Jahrhundert verschwand durch den deutschen Einfluss auch die slawische Sprache, an die heute nur noch die vielen Ortsnamen mit Endung auf -itz, -in, -ow und -gast erinnern.
